Alltag an der Bafep 21 von Anastasia Bublinska


Glosse

 

Alltag an der Bafep 21


Wie ihr Bafepler höchstwahrscheinlich wisst, wird in ein paar Jahren eine neue Schule, neben unserer jetzigen, gebaut. Die Architekten haben uns SchülerInnen gefragt, was wir für Vorschläge hätten, es gebe nämlich genug zu verbessern an den Klassenräumen. 

Wie wäre es z.B. mit besseren Fenstern, die einen nicht fast erschlagen, wenn man, an Sauerstoffmangel leidend, diese hektisch öffnet. Die Rollos könnten auch besser geölt sein, denn wenn man versucht, sie hinunter- oder hin aufzukurbeln, kann man das Oberarmtraining in der Freizeit gleich auslassen.  Als ich das erste Mal die Treppen hinunter zu den Spinden gegangen bin, dachte ich, dass ich den restlichen Weg rollend bewerkstellige und mir alle Knochen breche, weil die Treppen so steil sind. Noch dazu war dort ein roter Fleck zu sehen, was bedeutet, dass dort entweder ein Schüler verunglückt ist oder – und das wäre vielleicht noch schrecklicher - einfach Ketchup vom gefürchteten Schulbuffet klebt. Wenn man diese Hürde gemeistert hat, muss man durch den meterlangen, dunklen Gang gehen. Ein Ort, an dem man das Gefühl hat, dass jederzeit ein Serienkiller aus dem Hinterhalt herausspringen und dich dazu zwingen könnte, drei weitere Praxisberichte zu schreiben. 
Aber ich finde es sehr gut, dass die damaligen Architekten die Schule so gebaut haben, dass man Runden gehen kann, wenn man mal wieder einen schulischen Nervenzusammenbruch hat. Da kann man auch gleich die verpasste Sportstunde nachholen. 

Außerdem: Warum haben wir eigentlich noch immer kein WebUntis? Leben wir etwa noch in den 80ern? Und apropos verpasste Chancen: Vielen Jugendlichen liegt auch der Klimaschutz am Herzen und da sollte es doch bitte eine klimabewusstere Schule werden, wenn man schon so viel Geld in ein neues Gebäude investiert. 
Ich hoffe, dass die Architekten meine Tipps zu Herzen nehmen, damit die nächsten Generationen nicht in den gleichen Genuss der Bafep kommen wie ich. 

Anastasia Bublinska

Kommentare

  1. Hoffentlich werden die Hinweise berücksichtigt, auch wenn sie ein bisschen "brutal" formuliert sind ... Ich wähnte mich in einem Thriller - ... Serienkiller ... ;-) Letztlich haben alte Schulen auch einen gewissen Charme, ich habe bereits einen Schulneubau erlebt. Den Klimaschutz vorrangig zu behandeln im Rahmen der Planung und Ausführung ist der wichtigste Hinweis aus meiner Sicht. Bleiben wir alle gemeinsam dran am Thema. (Steigung der Stiegen aus der Sicht von Schüler*innen zu berücksichtigen war bestimmt auch ein wichtiger Hinweis.) Danke.

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  2. Diesen Text hast du richtig gut hinbekommen . Ich musste schon oft schmunzeln während ich deinen Artikel gelesen habe.

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  3. Ich finde deinen Artikel richtig gut, nicht nur, weil er ziemlich lustig ist, sondern, weil ich auch zu vielen deiner genannten Punkte gut relaten kann. Zwar können die Architekten nichts dafür, dass unsere Schule kein Web- Untis hat, aber vielleicht erstellen die LehrerInnen oder die Direktorin in der App eine Seite für unsere Schule. Zudem finden ich auch gut, dass du neben solchen "lustigen Verbesserungsvorschlägen" auch den Klimaschutz erwähnst, da das ein Thema ist, in dem die Architekten ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. LG

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