Menschsein in der Covid-19-Quarantäne von Felix Spitzer
Kolumne
Die Frage, die ich mir stelle, lautet: Wie lange können die heutigen Menschen, die in einer Gesellschaft leben, in der ständiger Konsum und soziale Kontakte so wichtig sind, eine derartige Isolation, in welcher diese beiden Dinge nur begrenzt zur Verfügung stehen, überleben? Ich sehe mich selbst als eine introvertierte Person an, was nicht bedeutet, dass ich mich ungern mit Freunden treffe, sondern, dass ich, anders als eine extravertierte Person, keine Energie aus der Interaktion mit Menschen ziehe. Im Gegenteil kostet es mich Energie in sozialen Kontakt mit Menschen zu treten. Meine Frage wird also von dem Gedanken angetrieben, wie es wohl anderen Personen in meinem Alter ergeht, die sich in der gleichen Situation wiederfinden wie ich.
Seit die Ausgangsbeschränkungen eingeführt wurden, habe ich leider schon manche Menschen gesehen, die sich nicht daran hielten. Diese Gruppen bestanden meist aus jungen Personen, die sich trotz der scharfen Regeln nicht an den empfohlenen „einen Meter Abstand“ hielten. Aber auch ältere Menschen wollen sich nicht immer an Regeln halten. Wenn jemand zum Beispiel für die letzten 10 Jahre jeden Tag einkaufen gegangen ist, fällt es ihm schwer, sich von diesen Angewohnheiten loszusagen. Menschen, die in die Risikogruppe fallen und bereits in Pension sind, brauchen, glaube ich, eine Routine, die ihnen Sicherheit bietet. Routinen geben bereits den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft einen Halt, der uns wissen lässt, was als nächstes passiert und der uns vermittelt, dass wir uns entspannen können. Man sagt nicht umsonst, dass der Mensch ein Gewohnheitstier sei.
Ich habe bei mir selbst beobachten können, dass mir die Ausgangssperre an sich nichts ausmacht, was jedoch nicht auf alle meine Mitmenschen gleichermaßen zutrifft. Mein jüngerer Bruder ist erst drei Jahre alt und braucht somit auch mehr Bewegung als ich. Die Laune der Eltern und älteren Geschwister ist in dieser Zeit noch mehr als sonst an die der jüngsten Familienmitglieder gebunden.
Eine weitere Schwierigkeit tut sich auf, wenn Kindern danach ist, soziale Kontakte zu pflegen. Hier befinden sich Eltern in der Zwickmühle, da die Entwicklung eines Kindes stark mit seinen Mitmenschen zusammenhängt, die Erwachsenen aber andererseits die Regeln der Ausgangsbeschränkung nicht verletzen wollen. Eine Lösung für dieses Dilemma wurde bisher noch nicht gefunden.
Abschließend möchte ich die Menschen loben, die unsere Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten. Weiters hoffe ich, dass diese Menschen nicht nur Beifall, sondern auch finanzielle Unterstützung, von Seiten der Regierung, erhalten.
Felix Spitzer
Menschsein in der Covid-19-Quarantäne
„Einsamkeit, verbunden mit einem klaren heiteren Bewusstsein ist, ich behaupte es, die einzig wahre Schule für einen Geist von edlen Anlagen.“
- Gottfried Keller
- Gottfried Keller
Die Frage, die ich mir stelle, lautet: Wie lange können die heutigen Menschen, die in einer Gesellschaft leben, in der ständiger Konsum und soziale Kontakte so wichtig sind, eine derartige Isolation, in welcher diese beiden Dinge nur begrenzt zur Verfügung stehen, überleben? Ich sehe mich selbst als eine introvertierte Person an, was nicht bedeutet, dass ich mich ungern mit Freunden treffe, sondern, dass ich, anders als eine extravertierte Person, keine Energie aus der Interaktion mit Menschen ziehe. Im Gegenteil kostet es mich Energie in sozialen Kontakt mit Menschen zu treten. Meine Frage wird also von dem Gedanken angetrieben, wie es wohl anderen Personen in meinem Alter ergeht, die sich in der gleichen Situation wiederfinden wie ich.
Seit die Ausgangsbeschränkungen eingeführt wurden, habe ich leider schon manche Menschen gesehen, die sich nicht daran hielten. Diese Gruppen bestanden meist aus jungen Personen, die sich trotz der scharfen Regeln nicht an den empfohlenen „einen Meter Abstand“ hielten. Aber auch ältere Menschen wollen sich nicht immer an Regeln halten. Wenn jemand zum Beispiel für die letzten 10 Jahre jeden Tag einkaufen gegangen ist, fällt es ihm schwer, sich von diesen Angewohnheiten loszusagen. Menschen, die in die Risikogruppe fallen und bereits in Pension sind, brauchen, glaube ich, eine Routine, die ihnen Sicherheit bietet. Routinen geben bereits den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft einen Halt, der uns wissen lässt, was als nächstes passiert und der uns vermittelt, dass wir uns entspannen können. Man sagt nicht umsonst, dass der Mensch ein Gewohnheitstier sei.
Ich habe bei mir selbst beobachten können, dass mir die Ausgangssperre an sich nichts ausmacht, was jedoch nicht auf alle meine Mitmenschen gleichermaßen zutrifft. Mein jüngerer Bruder ist erst drei Jahre alt und braucht somit auch mehr Bewegung als ich. Die Laune der Eltern und älteren Geschwister ist in dieser Zeit noch mehr als sonst an die der jüngsten Familienmitglieder gebunden.
Eine weitere Schwierigkeit tut sich auf, wenn Kindern danach ist, soziale Kontakte zu pflegen. Hier befinden sich Eltern in der Zwickmühle, da die Entwicklung eines Kindes stark mit seinen Mitmenschen zusammenhängt, die Erwachsenen aber andererseits die Regeln der Ausgangsbeschränkung nicht verletzen wollen. Eine Lösung für dieses Dilemma wurde bisher noch nicht gefunden.
Abschließend möchte ich die Menschen loben, die unsere Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten. Weiters hoffe ich, dass diese Menschen nicht nur Beifall, sondern auch finanzielle Unterstützung, von Seiten der Regierung, erhalten.
Felix Spitzer
Dieser Text gefällt mir ausgesprochen gut. Das Zitat lädt zum Weiterlesen ein, abgesehen davon empfinde ich dieses Zitat als sehr reife Wahl für einen jungen Mann. Und es ist sehr treffend, meiner Meinung nach. Im restlichen Text sind Aspekte verschiedener Betroffener berücksichtigt, auch aus diesem Grund finde ich d. Artikel sehr interessant und sehr gut.
AntwortenLöschenIch mag diesen Text. Du sprichst vor allem den hauptsächlichen Punkt von der Ausgangssperre an. Leider gibt es tatsächlich Jugendliche die sich einfach treffen ohne Abstand zu halten was die Situation möglicherweise schwieriger machen könnte.
AntwortenLöschenDu hast den Artikel sehr gut umgesetzt !
Ich finde es ist dir gut gelungen da du besonders den Punkt die Ausgangssperre ansprichst und wie sich alle daran halten. Ich finde besonders spannend, dass eben leider viele Jugendliche trotz Ausgangssperre rausgehen und sich nicht daran halten obwohl sie genau wissen bzw. wissen sollten das das nicht in Ordnung ist aber es trotzdem machen, was ich persönlich nur dumm bzw. nicht in OK und schade finde. Das Problem ist halt eben, dass nicht sie dann die Probleme haben sondern die alten und kranken bzw. gefährdeten Leute haben und ich es schade finde, dass man nicht mehr zusammenhält, weil eben dann die anderen Menschen draufgehen und nicht sie selber, aber man könnte sich ja zusammenreißen und auch wenn es schwer ist, was es sowieso für uns alle ist wenigstens versuchen.
AntwortenLöschenMir gefällt der Text sehr gut, weil ich finde, dass du die Fachbegriffe gut und passend verwendet hast. Ebenfalls finde ich es auch gut, dass du auch von deinen Gedanken und deiner Sicht geschrieben hast. Leider hast du recht, dass sich manche Menschen nicht an die regeln halten auch wenn sich das Mittlerweile schon verbessert hat. Zusammenfassend möchte ich zu deinem Text sagen das du den Artikel echt gut umgesetzt hast und der Artikel war meiner Meinung nach sehr Interessant
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